Dornbirn und Dresden,
9. Oktober 2009
Dornbirn/Österreich und Dresden/Deutschland – Neben ihren laufenden Aktivitäten im Bereich LED investiert die österreichische Zumtobel Gruppe in die Zukunftstechnologie OLED. Zu diesem Zweck wird der Lichtkonzern – vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung – gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft und einigen Mitarbeitern des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme (IPMS) in Dresden, das Joint Venture-Unternehmen »Ledon OLED Lighting GmbH & Co. KG« gründen. Firmensitz der Ledon OLED ist Dresden, einem der wichtigsten Zentren der OLED Technologie in Europa. Das Unternehmen, das im ersten Jahr ein Team von ca. 10 - 15 hochqualifizierten Spezialisten aufbauen will, wird seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung und Herstellung von zukunftsweisenden Lichtmodulen auf Basis von organischen Leuchtdioden richten.
»Organische Leuchtdioden sind die Zukunft, wenn es um flächige Beleuchtungslösungen geht. Wir haben uns entschieden, mit der Gründung der Ledon OLED schon frühzeitig in diese Zukunftstechnologie zu investieren. Dies entspricht unserem Anspruch als Innovationsführer, für unsere Kunden wegweisende Lösungen auf Basis neuester Technologie zu entwickeln«, erläutert Andreas Ludwig, CEO der Zumtobel Group.
Hauptanwendungsgebiet der innovativen OLED-Module werden konkrete Beleuchtungsaufgaben sein: »Wir wollen unseren Kunden neuartige maßgeschneiderte Lösungen für den Einsatz von hochqualitativen OLED-Lichtmodulen in Leuchten und der Anzeigenbeleuchtung anbieten. Unser Ansatz ist einzigartig und wird nur durch die enge Koppelung der Partner ermöglicht«, betont Jörg Amelung, Mitgründer und zukünftiger Geschäftsführer der Ledon OLED.
Neben der Herstellung von OLED-Panels wird Ledon OLED insbesondere komplette OLED-Lichtlösungen inklusive hochrobuster Kontaktierungs- und Lichtleitelemente sowie Ansteuerungskonzepte für große OLED-Systeme entwickeln und realisieren. Für die Pilotherstellung wird Ledon OLED ein strategisches Abkommen mit der Fraunhofer Gesellschaft abschließen, um die Pilotlinie des Fraunhofer IPMS in Dresden nutzen zu können. Diese weltweit führende Fertigungslinie ermöglicht die Herstellung hocheffizienter OLED-Panels auf Substratgrößen von 370 x 470 mm² in einem Drei-Minuten-Taktzyklus.
Die Institutsleiter des Fraunhofer IPMS, Prof. Hubert Lakner und Prof. Karl Leo, begrüßen die Gründung von Ledon OLED als wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer europäischen OLED-Industrie: »Die Koppelung der Herstellungsexpertise am Fraunhofer IPMS mit der Erfahrung der Zumtobel Gruppe, einem führenden Unternehmen für professionelle Lichtlösungen, wird die Markteinführung von hochwertigen OLEDs für Beleuchtungsaufgaben stark beschleunigen und einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung dieser Zukunftstechnologie geben.«
Eine organische Leuchtdiode (OLED) besteht aus einem dünnen organischen Schichtsystem (ca. 100 - 200 Nanometer), das sich zwischen zwei Elektroden (Anode und Kathode) befindet. Aufgebracht auf einem Glassubstrat ist diese Flächenlichtquelle insgesamt dünner als 2 Millimeter. Beim Anlegen eines Stroms wird Licht innerhalb des Schichtsystems erzeugt, welches durch eine der Elektroden austritt. Im Gegensatz zu konventionellen Lichtquellen verbreiten OLED-Leuchtmodule ein flächiges Licht mit hoher Farbqualität, das für das menschliche Auge sehr angenehm ist. Ein weiterer Vorteil: Das Flächenlicht von OLEDs blendet nicht. Damit brauchen OLEDs auch keine Reflektoren, um die Blendwirkung zu mindern. OLEDs gehören damit zu den effizientesten Lichtquellen.
Großflächige OLED Beleuchtungsmodule (links: 20 x 20 cm², rechts: 80 x 20 cm²) hergestellt am Fraunhofer IPMS. Bildrechte: Fraunhofer IPMS
Die Zumtobel Gruppe mit Konzernsitz in Dornbirn, Vorarlberg (Österreich), zählt zu den wenigen Global Playern der Lichtindustrie. Die Unternehmensgruppe, die aus der 1950 gegründeten »Elektrogeräte und Kunstharzpresswerk W. Zumtobel KG« hervorging, beschäftigte zum Bilanzstichtag 30. April 2009 7165 Mitarbeiter und erreichte im Geschäftsjahr 2008/09 einen Konzernumsatz von 1174 Mio EUR. Kerngeschäft der Unternehmensgruppe ist die professionelle Beleuchtung. Mit den Marken Zumtobel und Thorn bietet das Unternehmen professionelle Leuchten, Lichtmanagementsysteme und ganzheitliche Lichtlösungen an. Mit der Marke TridonicAtco beliefert der Konzern die Leuchtenindustrie mit Lichtkomponenten (Betriebsgeräte, Lichtmodule und -systeme). Seit dem Jahr 2001 entwickelt das Unternehmen unter der Marke Ledon auch hochqualitative, innovative LED-Komponenten und -module. Das Geschäftsjahr der Zumtobel Gruppe läuft vom 1. Mai bis 30. April.
Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die führende Organisation für angewandte Forschung in Europa. Die Fraunhofer-Gesellschaft betreibt derzeit rund 80 Forschungseinrichtungen, davon 58 Institute, an über 40 Standorten in ganz Deutschland. Am Fraunhofer IPMS, arbeiten 250 Mitarbeiter an elektronischen, mechanischen und optischen Komponenten und ihrer Integration in Bauelemente und Systeme. Dabei liegt die spezielle Kompetenz in der Nutzung von Licht, also der Applikation optischer Eigenschaften und Komponenten. Im »Center of Organic Materials and Electronic Devices Dresden« (COMEDD) konzentriert das Fraunhofer IPMS Forschung, Entwicklung und Pilotproduktion für organische Leuchtdioden.
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Aktualisiert: 2009-10-21