Hintergrund-Informationen
Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme
Das »Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden (COMEDD)« im Überblick
Was sind Organische Leuchtdioden (OLEDs)?
Organische Leuchtdioden sind Bauelemente aus ultradünnen organischen Schichten, die beim Anlegen einer Spannung leuchten. Sie bestehen aus einer organischen Schichtfolge (Dicke typischerweise um 100 nm), die zwischen einer Anode und einer Kathode eingebracht wird.
Wo werden Organische Materialien eingesetzt?
Organische Leuchtdioden sind bereits als Displays in elektronischen Kleingeräten wie Mobiltelefonen, Autoradios und Digitalkameras im Einsatz. OLED basierte Displays haben bereits einen Markt von 475 M$ erobert, für die nächsten Jahre wird ein Milliardenmarkt prognostiziert. Für die OLED-Beleuchtung und Beschilderung sowie Organische Solarzellen wird eine ähnlich rasante Entwicklung erwartet.
OLED Beleuchtung und Anzeigen
Durch die rasche Steigerung der Effizienz dieser Leuchtdioden, die heute bei grünen Dioden bereits die anorganischen Leuchtdioden übertreffen, eröffnen OLEDs als flächiger Leuchtkörper speziell für strukturierte flächige Beleuchtung neue Märkte. OLEDs ermöglichen sehr dünne Leuchtflächen, die keinerlei Blendungswirkung aufweisen. Dabei ist durch die Dünnschichttechnologie auch die Realisierung von flexiblen Leuchtkörpern möglich, die ganz neue Anwendungen in der Beleuchtung von Räumen gestatten. Für die Entwicklung und Herstellung von OLED-Beleuchtungsmodulen auf flexiblen Substraten wird innerhalb COMEDD eine Rolle-zu-Rolle-Beschichtungsanlage der Dresdner Firma Von Ardenne Anlagentechnik GmbH betrieben. Bei der Entwicklung der Vakuumbeschichtungstechnologie arbeitet das Fraunhofer IPMS eng mit dem Fraunhofer FEP zusammen, wo die Anlage auch aufgebaut wird.
OLED Mikrodisplays
Durch die Kombination von OLEDs und sensorischen Elementen auf einem CMOS-Chip sind vollkommen neue funktionelle Bauelemente möglich, zum Beispiel Mikrodisplays, die direkt zur Projektion ins Auge dienen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind neuartige sensorische und optoelektronische Anwendungen, wie Fluß- oder Farbsensoren mit integrierten Lichtquellen.
Organische Solarzellen
Organisch basierte Solarzellen stellen eine neue Klasse von Dünnschichtsolarzellen dar, die gegenüber klassischen Siliziumsystemen insbesondere Preisvorteile bieten. Weiterhin lassen sie sich (ähnlich den OLEDs) auch auf flexiblen Untergründen aufbringen.
Welche Rolle spielt Dresden?
Dresden hat sich in den letzten Jahren zu einem Zentrum der Forschung und Entwicklung für organische Materialien entwickelt. Neben OLEDs werden in Dresden in zunehmendem Maße auch organische Solarzellen erforscht. Das Fraunhofer IPMS besitzt hier eine Vorreiterposition im Bereich der Herstellungs- und Abscheideverfahren.
Was bringt COMEDD?
Bislang gibt es in Deutschland kaum Kapazitäten für fertigungsnahe Forschung und Entwicklung. Hinderlich für eine industrielle Massenfertigung sind die Investitionsrisiken der neuen Technologie und die Dominanz asiatischer Displayanbieter (mehr als 90% der OLED-Displays kommen aus Asien). COMEDD verbessert die Rahmenbedingungen durch eine einzigartige Infrastruktur, die die Überführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in eine Pilotfertigung ermöglicht, insbesondere auf den Gebieten OLED für Beleuchtung und Anzeigesysteme und Solarzellenherstellung.
Zahlen und Fakten
| Investitionssumme: | 24,6 Mio. € |
|---|---|
| davon: | |
| EU (EFRE) | 60% |
| Bund | 20% |
| Land | 20% |
| Realisierungszeitraum: | Juli 2007 bis Dezember 2009 |
|---|
| Pilotlinien: | OLED/OPV Linie für starre und flexible 370 x 470 mm² Substrate |
|---|---|
| OLED-on-CMOS Linie für 150 und 200 mm Wafer | |
| Rolle-zu-Rolle Beschichtung auf 300 mm Substratbreite (am Fraunhofer FEP) |


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