Pressemitteilung

Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme

Smart Systems Integration 2012

vom 21. - 22. März 2012, in Zürich / Schweiz

Stand Nr. 4

Das Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS führt kundenspezifische Entwicklungen in den Bereichen Mikrosystemtechnik und organische Leuchtdioden durch. Es ist dabei Partner von der ersten Idee über Machbarkeitsuntersuchungen bis zur Prototypenentwicklung. Die Produkte können in der eigenen Prozesslinie entwickelt und im Rahmen einer Pilotserie gefertigt werden. Etwa 200 Wissenschaftler arbeiten mit modernstem Equipment an Projekten auf den Gebieten Sensor- und Aktuatorsysteme, Mikroscanner, Flächenlichtmodulatoren, drahtlose Mikrosysteme und Organische Materialien und Systeme.

Auf der Ausstellung der Smart Systems Integration 2012 präsentiert das Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden COMEDD am Fraunhofer IPMS erstmalig:

Integration von NIR-OLEDs in CMOS-Siliziumchips

Die erfolgreiche Entwicklung von organischen Leuchtdioden (OLED), die im nahen infraroten Wellenlängenbereich (NIR) emittieren, ermöglicht völlig neue Anwendungen der bereits kommerziell erfolgreichen OLED-Technologie.

Dem Center for Organic Materials and Electronic Devices COMEDD am Fraunhofer IPMS ist es erstmalig gelungen, OLEDs, die im nahen Infrarotbereich (NIR) emittieren, in CMOS-Siliziumchips zu integrieren. So können sie als Lichtquelle in der Sensorik, in der medizinischen Lichttherapie oder als Display eingesetzt werden. Die Technologie ermöglicht beispielsweise die Entwicklung von NIR-OLED basierten Lichtschranken oder Flusssensoren.

Durch die Kombination von NIR-OLEDs mit konventionellen OLEDs lassen sich Leuchtsysteme mit einem entsprechend erweiterten Spektralbereich für Farbsensoren oder Spektrometer realisieren.

Als NIR-Display sind zum Beispiel Anwendungen in Nachtsichtgeräten – etwa unter der Nutzung von Restlichtverstärkern – möglich, bei denen die Anzeige von Informationen für Außenstehende unsichtbar bleiben soll. COMEDD verfügt zudem über die Möglichkeit, bidirektionale NIR-OLED Displays herzustellen, die nicht nur das NIR-Licht aussenden, sondern ebenfalls detektieren können. Eine Integration von OLED Displays in eine Datenbrille konnte bereits erfolgreich demonstriert werden.

Über COMEDD

Dresden hat sich in den letzten Jahren zu einem Zentrum der Forschung für organische Halbleitermaterialien und Systeme entwickelt. Um die Ergebnisse in die Produktion zu überführen, ist eine weitere Optimierung der Fertigungsprozesse und die Etablierung und Erprobung erster Pilot-Fertigungsanlagen notwendig. Am Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS wurde deshalb ein Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden (COMEDD) gegründet. COMEDD – mittlerweile ein eigener Institutsteil des Fraunhofer IPMS – kombiniert Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zur Herstellung, Integration und Technologieentwicklung von elektronischen Bauelementen basierend auf organischen Halbleitern. Die Mission von COMEDD ist die kunden- und anwendungsspezifische Forschung, Entwicklung und Pilotfertigung von neuartigen Bausteinkonzepten und Herstellungsmethoden für diese organischen Materialien. COMEDD verkörpert ein in Europa führendes fertigungsnahes Forschungs- und Entwicklungszentrum für organische Halbleiter mit thematischer Fokussierung auf organische Leuchtdioden und Vakuumtechnologien darzustellen. In einem mehreren Reinräumen besteht die COMEDD-Infrastruktur aus:

  • einer Pilotlinie für die Herstellung von OLEDs auf 370 x 470 mm² großen Substraten,
  • zwei Pilotlinien für 200 mm Wafer für die OLED-Integration auf CMOS-Substraten, sowie
  • einer Forschungslinie für eine Rolle-zu-Rolle-Fertigung auf flexiblen Substraten.

COMEDD bietet damit vielfältige Forschungs-, Entwicklungs- und Pilotfertigungsmöglichkeiten, insbesondere für OLED-Beleuchtung, organische Solarzellen und OLED- Mikrodisplays.