Pressemitteilung

Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme

Europäisches Forschungsprojekt OLED100.eu entwickelt neuartige Lichtquellen erfolgreich weiter

Mit wichtigen Erkenntnissen für die Breitenanwendung von OLEDs als Leuchtmittel wurde heute das europäische Forschungsprojekt OLED100.eu abgeschlossen. Seit September 2008 arbeiteten 15 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus sechs Ländern gemeinsam daran, organische Leuchtdioden (OLED) der Marktreife näherzubringen. Dabei wurden nicht nur die technischen Eigenschaften optimiert, sondern zum Beispiel auch die Wünsche und Erwartungen von Endanwendern an OLED-Lichtquellen untersucht. Außerdem entwickelten die Forschungspartner eine OLED-Lichtinstallation, die aus neun 33 × 33 cm² großen OLED-Kacheln besteht und stellten sie der Presse vor.

  • Dreijähriges Forschungsprojekt erhöht Energieeffizienz und Lebensdauer von OLEDs (organische Leuchtdioden) für großflächige Lichtanwendungen mit niedrigen Herstellungskosten
  • Zum Projektabschluss wurde eine im Projekt entwickelte großflächige OLED-Lichtinstallation präsentiert

Mit OLED100.eu verfolgten die Projektteilnehmer vor allem fünf Ziele:

  • Steigerung der Energieeffizienz
  • Steigerung der Lebensdauer
  • Skalierung der Leuchtflächen
  • Reduktion der Herstellungskosten durch optimierte Prozesse
  • Fixierung von Meßnormen auf Basis von Anwendungsforschung

Die wichtigsten Projektergebnisse sind:

  • Hocheffiziente OLEDs basierend auf Novaled PIN-Technologie und Lichtauskoppelmaterialien, die mit einer Energieeffizienz von 60 lm/W effizienter sind als Energiesparlampen
  • Langlebige OLEDs mit Novaled Knowhow, deren Lebensdauer mit 100.000 Stunden vergleichbar der von anorganischen LEDs ist
  • Anwendungsstudien zur Akzeptanz und Verträglichkeit von OLEDs als Allgemeinbeleuchtung
  • Industrialisierungsszenarien und Kalkulation von Herstellungsverfahren, unter Einbeziehung kosteneffizienter Techniken wie dem Siebdruckverfahren zur Substratstrukturierung
  • Arbeiten zur Standardisierung von Messverfahren für OLEDs, die nun als Basis für die Arbeit der Internationalen Beleuchtungskommission CIE dienen

Vorgestellt wurde im Rahmen der Projektpräsentation eine großflächige OLED-Leuchte, aus neun 33 × 33 cm² großen OLED-Kacheln für Anwendungen im Einzelhandelsbereich. Die Helligkeitsverteilung wurde für die Beleuchtung von Ausstellungsstücken optimiert.

»Das Forschungskonsortium OLED100.eu hat damit einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass Europa auch zukünftig eine führende Rolle in der OLED-Technik für Beleuchtungsanwendungen spielt«, sagt Dr. Stefan Grabowski, Senior Scientist in der Philips Forschung und Projektleiter von OLED100.eu.

»Die Ergebnisse von OLED100.eu werden dazu beitragen, die Akzeptanz der OLED-Technologie weiter zu steigern«, kommentiert Dr. Karsten Diekmann, der bei OSRAM die Produkt- und Applikationsentwicklung für den Bereich OLED leitet. »Nach dem Projekt haben wir mehr Wissen über Endkundenwünsche, mehr Vergleichbarkeit durch standardisierte Messverfahren und bessere OLEDs.«

Dr. Christian May, Geschäftsfeldleiter OLED Lighting am Fraunhofer IPMS, freut sich über das Projektergebnis: »Die Arbeit an den herausfordernden Zielen des OLED100.eu-Projektes hat es uns ermöglicht, mit unserer COMEDD-Pilotlinie ein neues Niveau zu erreichen. Wir sind stolz auf die von uns hergestellten 33 × 33 cm² großen OLED-Panels, die zu den größten OLEDs weltweit zählen.«

Rein technisch handelt es sich bei OLED wie bei ihrer Schwestertechnologie LED um Halbleiter, die Strom in Licht umwandeln. Während LED ausgehend von einem winzigen leuchtenden Chip Licht punktförmig abgeben, erzeugen die so genannten OLED-Panels eine leuchtende Fläche. Dazu werden verschiedene organische Kunststoffe auf ein Grundmaterial aufgebracht. Die leuchtende Schicht der OLED ist ca. 400 Nanometer dick – das entspricht einem Hundertstel eines menschlichen Haares. Im ausgeschalteten Zustand können OLED je nach Grundmaterial spiegelnd, neutral weiß oder transparent gestaltet werden.

Über OLED100.eu

OLED100.eu, ein integriertes Europäisches Forschungsprojekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Entwicklung der OLED-Technologie in Europa voranzutreiben, lief vom 1. September 2008 bis zum 31. August 2011. Es wurde bei einem Gesamtbudget von 19,95 Mio € mit 12,5 Mio € aus dem Siebten Rahmenprogramm der Europäischen Gemeinschaft finanziert, um die technologische Basis für effiziente OLED-Anwendungen für die Beleuchtungsindustrie in Europa zu legen.

Zu den Partnern des OLED100.eu Konsortiums zählen:

  • Bartenbach LichtLabor GmbH, Österreich
  • European Photonics Industry Consortium (EPIC), Frankreich
  • Evonik Industries AG, Deutschland
  • Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS, Deutschland
  • Microsharp Corporation Limited, Großbritannien
  • Novaled AG, Deutschland
  • Océ Technologies B.V., Niederlande
  • OSRAM, Deutschland
  • Philips Technologie GmbH, Business Center OLED Lighting – Lumiblade, Deutschland
  • Philips Technologie GmbH Forschungslaboratorien, Deutschland
  • Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), Deutschland
  • Saint-Gobain Recherche S.A., Frankreich
  • Siemens AG, Deutschland
  • Technische Universität Dresden, Institut für Angewandte Photophysik (IAPP), Deutschland
  • Universiteit Gent, Belgien

Technische Daten der vorgestellten OLED-Kacheln:

Größe: 33×33 cm²
Aktiv leuchtende Fläche: 828 cm²
Betriebsspannung und -strom: 45 V / 250 mA
Leuchtdichte: 1000 cd/m²
Lichtausbeute: 27 lm/W
Lebensdauer: 10000 h (Abfall des Lichtstroms auf 50%)